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Von Camille Funnell, IFC Communications

In der Zentralregion von Vietnam glitzern in der trockenen Hitze auf 45 Hektar fast 150.000 Solarmodule. In dieser stillen Landschaft finden umfassende Veränderungen statt.

Hier befindet sich die erste private, netzgebundene Solaranlage in Vietnam, das Solarkraftwerk Phong Dien, das von der Gai Lai Electricity Joint Stock Company (GEC) mit Unterstützung der IFC entwickelt wurde. Die 35-Megawatt-(MW)-Anlage erzeugt ca. 60 Millionen Kilowattstunden, mit denen ca. 35.000 Häuser ein Jahr lang mit Strom versorgt werden können. 

„In dieser Gegend gibt es viel Sonnenschein“, so Nguyen Van Thun, leitender Ingenieur im Solarkraftwerk Phong Dien. „Deshalb wurde diese Anlage in der vietnamesischen Zentralregion gebaut. Im Sommer erreicht die Anlage eine Leistung von 35 Megawatt, wenn die Sonne zwischen 9 und 14 Uhr am stärksten scheint.“

Die Solaranlage wurde in nur acht Monaten und unter Budget gebaut, und zwar zu einem für Vietnam signifikanten Zeitpunkt. Das Land, das sich lange auf Energie aus Kohle und Wasserkraft verließ, verzeichnet einen steigenden Energiebedarf. Die Elektrizitätsnachfrage ist seit 2000 um 13 Prozent pro Jahr gestiegen. Prognosen zufolge wird sie bis 2030 weiterum 8 Prozent steigen.

Erneuerbare Energien können dazu beitragen, diesen Bedarf zu decken. Die Investition der IFC in das Solarkraftwerk Phong Dien fördert die Erzeugung erneuerbarer Energie im ganzen Land.

Zur weiteren Unterstützung erneuerbarer Energieprojekte in Vietnam investierte die IFC 75 Millionen US-Dollar in eine infrastrukturfokussierte, börsennotierte Umweltanleihe der philippinischen Elektrizitätsgesellschaft AC Energy. Deren Ziel ist es, bis 2025 Kapazitäten bis zu fünf Gigawatt (GW) erneuerbarer Energie in ganz Ostasien und im pazifischen Raum zu erzeugen.

Die IFC unterstützt ausgewählte Wind- und Solarprojekte von AC Energy mit einer Gesamtleistung von 360 MW. Die IFC-Investition bildet die Grundlage der Umweltanleihe in Höhe von 300 Millionen US-Dollar, die helfen soll, internationale und institutionelle Finanzquellen für regionale Projekte von AC Energy zu mobilisieren. 

Die Beratungsleistungen der IFC unterstützen überdies Solarprojekte auf den Dächern kommerzieller und industrieller Unternehmen in Vietnam. Zum Beispiel identifizierte die IFC 60-MW-Solarprojekteauf den Dächern ausgewählter Fabriken, die das Potential im vietnamesischen Fertigungssektor unterstreichen.

Arbeiter warten 145.560 Solarmodule, die sich im Solarkraftwerk Phong Dien auf 45 Hektar Fläche verteilen. Die Anlage befindet sich im Distrikt Phong Ding in der Provinz Thua  Thien-Hue, Vietnam.

Eine wachsende Volkswirtschaft dynamisiert den Markt

Die IFC-Investitionen erfolgen zu einem Zeitpunkt, da in Vietnam eine Energiekrise droht. Die Regierung warnte, das Land könnte bis 2023 jährliche Stromengpässe von bis zu 12 Millionen Megawattstunden (MWh) verzeichnen. Die Verknappung könnte sich bereits im nächsten Jahr bemerkbar machen und sich umfassend auf das Leben der Menschen und die Wirtschaft auswirken.

„Vietnam ist ein Entwicklungsland mit ca. 97 Millionen Einwohnern. Je stärker die Wirtschaft wächst, umso größer ist der Energiebedarf“, so Dang Van Thanh, Vorsitzender der Thanh Thanh Cong Group (TTC Group), die eine Mehrheitsbeteiligung an GEC hält.

Thanh war die treibende Kraft hinter Vietnams erster privater, netzgebundener Solarfarm. Vor fünf Jahren traf er sich mit IFC-Mitarbeitern in Washington, D.C., um sich über die Möglichkeiten von Solarenergie in Vietnam auszutauschen. Thanh arbeitet bereits seit 20 Jahren mit der IFC zusammen.

„Wir erkannten das Potential erneuerbarer Energie in Vietnam recht früh und sahen die vielen Vorteile der Umsetzung unseres Plans“, so Thanh.

Die IFC investierte 2016 in die TTC-Tochtergesellschaft GEC. GEC war damals Eigentümer und Betreiber von 15 kleinen Wasserkraftwerken an Flüssen und hoffte, sein Portfolio zu erweitern. Armstrong S.E. Clean Energy Fund Pte. Ltd., ein von Armstrong Asset Management verwalteter Kapitalbeteiligungsfonds, und ein IFC-Bestandskunde investierten gemeinsam mit der IFC und erwarben einen Anteil an der GEC von 18 Prozent. Thanh erinnert sich an die Entwicklung einer Strategie für erneuerbare Energien für GEC mit dem Ziel, bis 2022 1000 MW zu erzeugen. Seinen Angaben zufolge hat GEC bereits 400 MW an Solaranlagen installiert, und er ist optimistisch, dass die Zielvorgaben für 2022 erfüllt werden können.

Das Solarkraftwerk Phong Dien wurde von der Gia Lai Electricity Joint Stock Company (GEC) mit Unterstützung der IFC entwickelt.

Der Wendepunkt

Als diese Gespräche begannen, war die Energieversorgung Vietnams an Kohle und Wasserkraft gebunden. Der Umstieg auf erneuerbare Energie gestaltete sich schwierig, weil die Kosten von Solaranlagen hoch waren und die Regierung keine Anreize bot.

Im vergangenen Jahr ergab sich endlich eine Möglichkeit, als die Regierung eine Solartarifrichtlinie für den Privatsektor implementierte. Gleichzeitig fielen die Kosten von Solarmodulen, wodurch die richtigen Marktbedingungen für den Einstieg von GEC ins Solargeschäft gegeben waren.

Die IFC unterstützte GEC im gesamten Prozess – von der Schaffung von Unternehmenskapazitäten, der Entwicklung und Implementierung von Umwelt- und Sozialstrategien (E&S) und -verfahren und der Bildung eines E&S-Managementteams bis hin zur Unterstützung des Unternehmens bei der Umsetzung bewährter Methoden und Standards bei seinen zukünftigen Energieprojekten. Dies umfasste die Prüfung der Umwelt- und Sozialrisiken bei Greenfield-Initiativen.

Das Solarkraftwerk Phong Dien ist Vietnams erster privater netzgekoppelter Solarpark. Die 35-MW -nlage erzeugt rund 60 Millionen Kilowattstunden - genug, um jährlich rund 35.000 Haushalte zu versorgen.

Langfristige Auswirkungen

Umweltfreundliche Energie, wie z. B. die vom Solarkraftwerk Phong Dien erzeugte, trägt zur Energieversorgung Vietnams bei und hilft, die Energiesicherheit des Landes zu gewährleisten. Außerdem kann Vietnam dadurch den zukünftigen Energiebedarf seiner Bürger decken.

Diese weitreichenden Auswirkungen sind Thanh sehr wichtig, der sichfür wirtschaftliche Aktivitäten engagiert, die anderen Menschen zugute kommen. „Warum nicht mir selbst, der Gesellschaft, meinem Unternehmen und dem ganzen Land etwas Gutes tun? Warum nicht?“, betont er. „Unser Wahlspruch hier bei TTC lautet: Wir wachsen für die Gesellschaft.“

Veröffentlicht im August 2019.